Minus 18º by Ahnhem Stefan

Minus 18º by Ahnhem Stefan

Autor:Ahnhem, Stefan [Ahnhem, Stefan]
Die sprache: deu
Format: epub
veröffentlicht: 2024-01-25T00:00:00+00:00


Kapitel 55

Angst pochte in Theodors Schädel, als säße darin ein Zwerg mit einem Schmiedehammer, und mit jedem Schlag schraubte sich seine Übelkeit weiter in die Höhe. Wenn das so weiterging, würde er bald kotzen müssen. Schon wieder. Wie er es hasste, sich zu übergeben. Hasste, hasste, hasste. Es gab nichts Schlimmeres. Wenn er die Wahl gehabt hätte, wäre ihm Waterboarding tausendmal lieber gewesen.

Vielleicht war es das Beste, sich den Finger in den Hals zu stecken und es hinter sich zu bringen. In ein paar Minuten. Sobald er genügend Kraft gesammelt hatte. Verfluchte Scheiße … es lag an diesem widerlichen Getränk, das er sich reingekippt hatte, als ob es Saft gewesen wäre.

Anfangs hatte er geglaubt, die Fähre würde schwanken, doch nach einigen Cocktails war ihm so schlecht geworden, dass er schließlich aufstehen und zur Toilette gehen musste. Zum Glück waren alle drei Kabinen frei gewesen, so dass er sich über einer Kloschüssel erleichtern konnte. Und nun ging es schon wieder los. Scheiße …

Er stand vom Klo auf, hockte sich davor, machte den Mund auf und tastete mit Zeige- und Mittelfinger nach dem Gaumenzäpfchen, woraufhin sich der Magen zusammenzog und seine ätzende Säure durch die Speiseröhre pumpte. Er wiederholte die Prozedur, bis keine Galle mehr übrig war und seine Kehle brannte, als hätten sich Löcher hineingefressen.

Er zog mehrmals die Spülung und merkte, dass er fror, obwohl er schwitzte. Wie lange er dort gesessen hatte, wusste er nicht. Nur, dass jede Sekunde ohne Alexandra eine zu viel war. Er fühlte sich zwar so schwach, als hätte er seit Jahren nichts gegessen, aber wenigstens war ihm nicht mehr übel.

Nachdem er sich Hände und Gesicht gewaschen und unendlich oft den Mund ausgespült hatte, ging er zurück zum Tisch, musste aber feststellen, dass dort niemand mehr war. Er setzte sich auf seinen Platz und ließ den Blick durch das Restaurant schweifen, konnte sie jedoch nirgendwo entdecken. Vielleicht war sie auch auf die Toilette gegangen, sagte er sich.



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